Die Gastroskopie ist eine Untersuchung des oberen Verdauungstrakts bzw. eine Magenspiegelung, bei der man entweder eine lokale Rachenbetäubung erhält und bei der Untersuchung wach bleibt, oder bei der man sich für eine Untersuchung in Sedierung entscheidet, wobei man den Eingriff dann „verschläft“. Eine Propofol Sedierung wird allgemein empfohlen, genauere Informationen erhalten Sie dann beim Aufklärungsgespräch in der Ordination. Unmittelbar vor der Untersuchung erhalten Sie einen Zahnschutz, damit Ihre Zähne unbeschadet bleiben und Sie mit Ihren scharfen Zähnen nicht in das teure Endoskop beißen können. Dann wird das Endoskop über den Mund behutsam und langsam in den Rachenraum eingeführt und unter Sicht vorsichtig in die Speiseröhre, weiter in den Magen bis in den Zwölf-Finger-Darm, den Anfang vom Dünndarm, vorgeschoben.

Netdoktor und endo2go
Erfahren Sie alles über das Thema Gastroskopie auf Netdoktor! Dr. Rainer Watzak als netdoktor- Experte war für die Erstellung des dort veröffentlichten Artikels zur Gastroskopie mitverantwortlich!
Die Untersuchung wird auch Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms (lat. Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) genannt. Routinemäßig werden Gewebeproben aus der Schleimhaut mit einer Zange entnommen und von einem Experten-Team aus dem histopathologischen Labor von Prof. Dr. Kaserer untersucht.
Den Gastroskopie Befund mit aussagekräftigen und zahlreichen Bildern in Farbe erhalten Sie bereits am Untersuchungstag. Eine ausführliche und persönliche Befundbesprechung in verständlicher Form erfolgt im Anschluss an die Untersuchung. Es mir ein Bedürfnis, dass Sie den Befund verstehen und über Ihren Körper und Gesundheitszustand Bescheid wissen.
Die abgenommenen Gewebeproben oder abgetragenen Polypen werden nach extern geschickt. Bereits nach ein paar Tagen erhalte ich den histologischen Befund, welchen ich in einen ärztlichen Ordinations-Befundbericht einbaue und Ihnen samt Empfehlungen elektronisch auf der Plattform von Latido hochlade und zur Verfügen stelle. Falls medikamentöse Therapie-Empfehlungen ausgesprochen werden, können Medikamente unkompliziert als elektronisches Rezept (eRp.) auf Ihre eCard gebucht werden. Dazu müssen Sie nicht anwesend sein. Eine persönliche Besprechung des histologischen Befunds ist bei weitestgehend unauffälligem Ergebnis nicht notwendig. Bei einem auffälligen Ergebnis werden Sie im Arztbrief speziell darauf aufmerksam gemacht, sind weitere Abklärungen wie zum Beispiel bei einer Krebs-Diagnose notwendig, werde ich Sie persönlich kontaktieren und zu einer persönlichen Besprechung und zur Planung des weiteren Procedere in die Ordination einladen.
Erst nach Erhalt der Histologie kann auch eine Empfehlung für eine neuerliche Gastroskopie Kontrolle ausgesprochen werden:
Bei weitestgehend unauffälligem Befund ist vorerst keine neuerliche Gastroskopie geplant. Erst bei wieder auftretenden Beschwerden oder bei Alarmsymptomen wie Bluterbrechen, Blutarmut, schwarzem Stuhl, Schmerzen oder Gewichtsverlust sollten Sie die Magenspiegelung wiederholen.
In manchen Fällen wird auch eine frühe oder regelmäßige Kontrolle empfohlen:
Helicobacter pylori assozierte Gastritis: Ko. nach antibiotischer Therapie/Eradikation in 3 Mon. mit Histologie und Mikrobiologie (HP-Kultur).
Höhergradige Refluxösophagitis: Ko. mit PPI Therapie oder nach PPI Therapie in 3-6 Mon.
A-Gastritis: Ko. alle 1-2 Jahre
Barrett-Ösophagus: Ko. alle 3-5 Jahre
Regelmäßige Verlaufskontrollen sind zum Beispiel notwendig nach manchen Operationen, zur Abschätzung einer Größenprogredienz, zur Überwachung medikamentöser Behandlungen, nach Geschwüren oder nach einer Krebserkrankung
